Der schulische Erziehungsauftrag

Erwartungen: Was sind die Aufgaben/Ziele der Grundschule?

Die Grundschule ist die für alle Kinder gemeinsame Grundstufe des Bildungswesens. Sie hat sowohl einen Bildungs- als auch einen Erziehungsauftrag. (s. SchulG § 2)

Art. 7 LV: „Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung (…).

Die Schule hat die Aufgabe, die Jugend auf der Grundlage des abendländischen Kulturgutes und deutschen Bildungserbes in lebendiger Beziehung zu der wirtschaftlichen und sozialen Wirklichkeit sittlich, geistig und körperlich zu bilden und ihr das für Leben und Arbeit erforderliche Wissen und Können zu vermitteln.

Die Jugend soll fähig und bereit werden, sich im Dienste an der Gemeinschaft, in Familie und Beruf, in Volk und Staat zu bewähren (…).

Der Sexualunterricht gehört zum Erziehungsauftrag der Schule (…).

In Erziehung und Unterricht ist Offenheit und Toleranz gegenüber den unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen und Wertvorstellungen zu wahren (…).“

Die Fülle der hier aufgezeigten Unterrichts- und Erziehungsziele macht deutlich, dass auch die Grundschule keine wertneutrale staatliche Einrichtung ist. Die Vermittlung von Wissen und Können ist nur eine von vielen Aufgaben der Grundschule.

Die Vermittlung der sog. Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) haben nicht im Vordergrund zu stehen, auch wenn die praktische Erfahrung des Elternhauses mit den Hausaufgaben ihrer Kinder diesen Eindruck erwecken könnte.

  • 5 ADO entsprechend gehört es zum Beruf der Lehrerinnen und Lehrer, in eigener Verantwortung und pädagogischer Freiheit die Schüler und Schülerinnen zu erziehen, zu beraten und zu beurteilen. Dabei ist der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule nach Verfassung und Schulgesetzen zu beachten.“

 Verantwortung der Schule:

Die Schulleitung hat dafür zu sorgen, dass das Gesamtsystem Schule, die ihm übertragenen Aufgaben auch tatsächlich erfüllt. Das Schulverwaltungsgesetz weist der Schulleitung ausdrücklich die „Verantwortung für die Durchführung der Bildungs- und Erziehungsarbeit in der Schule“ zu (s. § 20 Abs. 2 SchVG).

Das Schulprogramm soll die grundlegenden pädagogischen Ziele einer Schule beschreiben. Nach der Novellierung des Schulmitwirkungsgesetzes (v. 27.11.2001) ist es Aufgabe der Schulkonferenz, das Schulprogramm zu beschließen (§ 5 Abs. 2 Nr. 21 SchMG). Der ministerielle Auftrag sieht in der Schulprogrammarbeit „das zentrale Instrument der innerschulischen Verständigung und Zusammenarbeit“, um die Bildungs- und Erziehungsarbeit weiter zu entwickeln.

Das Schulprogramm ist in der Schule einsehbar.

Verantwortung der Eltern

Eltern sind für ihr Kind und für die Erfüllung seiner Schulpflicht verantwortlich. Sie haben dafür zu sorgen, dass die oder der Schulpflichtige am Unterricht und an den sonstigen Veranstaltungen der Schule regelmäßig teilnimmt. Dazu gehört auch, dass sie die Schüler für den Schulbesuch ordnungsgemäß ausstatten (vgl. §§ 42 – 44 SchulG). Sonstige Pflichten, die sich aus dem Schulverhältnis ergeben sind z. B. das ordnungsgemäße Abmelden des Kindes im Falle einer Verhinderung, die Teilnahme der Eltern an Klassenpflegschaftssitzungen, Elternsprechtagen und Infoveranstaltungen, die häusliche Unterstützung beim Lernen etc.

 Das Gebot zur engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.

Die Elternberatung ist rechtlich als Aufgabe der Schule und der Lehrkräfte verankert. Im Rahmen ihrer Informationspflichten ist von Eltern jedoch zu erwarten, sich über den Lern- und Leistungsstand ihres Kindes in der Schule zu erkundigen. Dies ist besonders da von Bedeutung, wo Eltern bereits durch die Schule über das Vorhandensein von Problemen informiert wurden. – Die Eltern müssen die Schule bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen. Das heißt: Sie sind gehalten, die erzieherische Aufgabe der Schule nicht nur zu dulden, sondern aktiv zu begleiten. – Als Mitglieder der Klassenpflegschaften sind Eltern nicht nur berechtigt sondern auch gehalten, ihren Beitrag zu leisten und an deren Sitzungen teilzunehmen.

Eltern erziehen nach ihrem Ermessen und ihrer Überzeugung. Lehrer gehen den gesamten Morgen mit den Kindern erzieherisch und nach ihrem Ermessen um. Dies ist nicht zu verhindern. Pädagogisches Handeln geschieht dabei wohl überlegt, im Rahmen unserer Vorgaben und Richtlinien und häufig auch nach Beratung im Kollegium.