Pferde zu Besuch

Ein Pferd in der Lambertusschule

Einige Kinder schaffen sogar kleine Kunststücke auf dem Rücken von Pferd „Münchi“.

Walstedde – Ein Pferd war zu Gast bei der Haustierwoche der Zweitklässler der Lambertusschule. Die 20 Schüler durften auch auf ihm reiten.

Ruhig dreht der 14-jährige Trakehner Gold-Feuer an der Longe von Theo Hölscher aus Ameke seine Runden. 20 leuchtende Augenpaare verfolgen jede Bewegung des Pferdes. Die Zweitklässler der Lambertusschule haben zurzeit Haustierwoche.

„Eine Schülerin hatte die Idee, einmal ein Pferd praktisch vorzustellen“, erzählt Klassenlehrerin Jutta Angelkort. „Die Kinder haben Referate über die verschiedenen Haustiere gemacht“, erklärt sie weiter. Theoretisch kennen sie sich mit den verschiedenen Gangarten des Pferdes, der Stellung der Ohren, den Fellfarben und dem Verhalten aus. Sie können seine Körperteile benennen und haben gelernt, was es frisst. Nun können sie auf dem Bolzplatz an der Lambertusschule genau sehen, wie das Pferd trabt, galoppiert und im Schritt geht. Können hören, wie es wiehert und schnaubt.

Dorothee Wiewelhove zeigt ihnen das Ohrenspiel des Tieres. „Verhaltet euch ruhig und leise, denn Pferde sind Fluchttiere“, erklärt sie den Schülern. „Als gelernte Erzieherin versteht sich Frau Wiewelhove gut auf den Umgang mit Kindern“, berichtet Angelkort, die den Kontakt zu dem Ehepaar hergestellt hat. Theo Hölscher und Dorothee Wiewelhove kennen sich gut mit Pferden aus. So ist Hölscher seit 1972 als Ausbilder im Reitverein „Von Nagel“ in Herbern tätig, während seine Frau seit 1977 im Reitverein Drensteinfurt ausbildet. Ihr Schwerpunkt ist das Voltigieren, welches sie den Kindern auch vorführen. Jeder, der mag, darf einmal auf dem Pferd sitzen. Einige Kinder haben schon Erfahrung und schaffen schon kleine Kunststücke auf dem Pferderücken.

Theo Hölscher erzählt den Kindern von Gold-Feuer, den er liebevoll Münchi nennt. Als er ihn vor 14 Jahren gekauft hatte, sollte das sechsjährige Tier eigentlich geschlachtet werden. Durch eine schlechte Ausbildung war das Pferd für Turniere unbrauchbar geworden.

Mit viel Eifer und Liebe schaffte der Pferdeexperte es, aus Münchi ein erstklassiges Voltigierpferd zu machen. Bereits nach zwei Jahren nahm er im Einzelvoltigieren auf der deutschen Meisterschaft in München teil. Der 14-jährige Wallach lässt sich geduldig von den Kindern begutachten und streicheln. „Er ist mein bestes Pferd im Stall“, informiert Hölscher stolz. Bald wird es für die Kinder der zweiten Klasse der Lambertusschule noch einmal spannend: Dann erhalten sie Besuch von einer Hundestaffel.