Umbau Lambertus Grundschule

Lambertusschule soll für zwei Millionen Euro umgebaut werden

WALSTEDDE – Knapp zwei Millionen Euro soll der An- und Umbau der Lambertusschule, der den Mitgliedern des Schulausschusses in seiner jüngsten Sitzung vorgestellt wurde, kosten. Eine Summe, die nicht bei allen Ausschussmitgliedern auf Gegenliebe stieß.

Eine Kooperation mit der evangelischen Kirchengemeinde sei kostengünstiger, findet Bernhard Meyer von den Grünen. „Acht Räume mehr, davon aber kein Klassenraum, und das für zwei Millionen Euro ist zu viel“, bekräftigt Bernhard Meyer. Die Nutzung des Paul-Gerhardt-Hauses, seinerzeit bereits vorgeschlagen, mit dem Vorteil, das gesamte Gelände nutzen zu können, würde weniger als die Hälfte kosten.

Ein Vorschlag, der von Bürgermeister Carsten Grawunder kategorisch abgelehnt wurde. „Das Paul-Gerhard-Haus haben wir eingehend geprüft und endgültig verworfen“, machte er deutlich. Vor-Ort-Besichtigungen und aussagekräftige Argumente der Schulleiterin Birgitta von Rosenstiel hätten den Ausschlag gegeben. „Das Paul-Gerhard-Haus hätte ausschließlich für die OGS genutzt werden können“, erklärte diese. „Weder in Sachen Barrierefreiheit noch schulisch würde uns diese Lösung weiterbringen“, fügte sie hinzu.

Als gute Lösung wertete Heinz Töns (CDU) den geplanten An- und Umbau. „Es ist eine teure Lösung, aber sie ist machbar“, wertete er. Der Aufzug sei unabdingbar, um auch Kindern im Rollstuhl den Weg nach oben zu ermöglichen. Zudem könne die Schulleitung vor Ort besser beurteilen, was für den Schulbetrieb erforderlich sei. Eine Meinung, die auch der sachkundige Bürger Oliver Buchholz teilte. „Wir sollen die fragen, die dort arbeiten.“ Er wünschte sich, dass viele Räume durch den Aufzug erreichbar seien, das bedeute, dass er von zwei Seiten erreichbar sein muss.

Der Aufzug sei natürlich erforderlich, er kritisiere jedoch, dass nicht beide Vorschläge weiterverfolgt würden, konterte Meyer. Zudem befürchte er, dass die evangelische Kirchengemeinde das Gebäude anderweitig verkaufen könne. Diese Befürchtung konnte Grawunder gleich entkräften: „Die Stadt hat Vorkaufsrecht und wir wüssten in einem solchen Fall auch andere Nutzungsmöglichkeiten.“

Neue Räume auch für separaten Unterricht „Wir brauchen die kleinen Räume, die angebaut werden, um Sachen auszulagern und um einzelne Kinder separat zu unterrichten“, verteidigte Rektorin Rosenstiel den Plan. Die Schulentwicklung gehe mit einer rasanten Geschwindigkeit einher. Jahr für Jahr habe die Schule mehr Kinder, die besondere Unterstützung bräuchten, diese beschränke sich nicht allein auf körperliche Behinderung.

Alle Räume, die wir derzeit haben, sind in Doppelbenutzung, bereits heute findet Unterricht in der Pausenhalle statt“, teilte sie mit. „Das was wir jetzt planen, ist kein Luxusprogramm.“ Differenzierungsräume müssten nahe am Klassenzimmer sein, diese könnten nicht ausgelagert werden. „Wir bekommen andere Strukturen an Schulen, Lehrer halten sich mehr nur in Schulen auf, Teamsitzungen finden statt und Beratungsarbeit mit Eltern findet vermehrt statt“, so Rektorin Rosenstiel.

Zudem hätte die Schule mehr Mitarbeiter. 2001 gab es acht Klassen und acht Lehrer, heute bei derselben Anzahl an Klassen zwölf Lehrer und sechs Schulbegleiter, dazu zwei Lehramtsanwärter. „Wir sollten keine Kleckerei machen, sondern unsere Schule zukunftsfähig“, plädierte die Schulleiterin. „Vielleicht sollte die Schule noch größer gebaut werden, als die derzeitige Planung vorsieht“, zog der sachkundige Bürger Buchholz Bilanz. Gregor Stiefel, Leiter des Fachbereichs Soziales, machte noch deutlich: „Die Lambertusschule soll jetzt keine Schwerpunktschule für schwierige Schüler werden, lediglich für Rollstuhlkinder im Stadtgebiet ist sie die zuständige Schule.“

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